Die Kapitalsicherheit

Die Kapitalsicherheit von Geldanlagen

Jeder Mensch hat ein natürliches Interesse daran, sein Kapital möglichst gewinnbringend anzulegen, dabei aber so weit wie möglich Risiken auszuschließen. Je nach Anlageform gibt es jedoch höchst unterschiedliche Risikostufen die genau auf das Risikoprofil des Anlegers abgestimmt sein sollten.

Grundsätzlich teilt man Geldanlagen in fünf Risikoklassen ein, 1 ist dabei die Niedrigste und 5 die Höchste. Inoffiziell wird aber oft auch noch eine "0" für Anlagen ohne jedes Risiko vergeben. Klassischerweise zählt man Sparbücher und Festgelder in die Kategorie 0. Aber auch Tagesgeldkonten kann man durchaus in diese Risikoklasse einordnen.

Wieso haben Tagesgeldkonten kein Risiko?

Um diese Frage ausreichend beantworten zu können, muss zuerst einmal geklärt werden, wie Tagesgelder überhaupt gehandelt werden:

Unter dem Begriff "Tagesgeld" werden diejenigen Gelder der Anleger zusammengefasst, die dem Interbankengeschäft zur Verfügung gestellt werden. Wenn ein Anleger also Geld auf seinem Tagesgeldkonto einzahlt, dann steht dieses dem Kapitalpool seines Kreditinstitutes zur Verfügung und kann auf dem Tagesgeldmarkt gehandelt werden.
Der Tagesgeldmarkt ist ein Interbankenmarkt auf dem sich Kreditinstitute gegenseitig Gelder leihen um so kurzfristige Liquiditätsengpässe zu überbrücken. Eine Bank könnte zwar auch Gelder bei der jeweiligen Zentralbank aufnehmen, diese sind aber in der Regel etwas teurer als auf dem Tagesgeldmarkt. Da sich der Zins aber am EURIBOR, dem europäischen Leitzins orientiert, schwankt auch der Zins auf dem Tagesgeldmarkt entsprechend den Veränderungen des Leitzinses.

Wenn eine Bank nun einen kurzfristigen Liquiditätsengpass hat, dann bedeutet dass noch lange nicht, dass diese überhaupt kein Kapital mehr hat, es bedeutet nur, dass dieser eine Tag mehr Geldabflüsse als Zuflüsse bedeutet hat. Am nächsten Tag sieht das meist schon wieder völlig anders aus und die Gelder werden zurückbezahlt. Nur in Ausnahmefällen werden Tagesgelder länger als zwei, drei Tage als offene Positionen geführt.

Die Gelder der Kunden werden zwar auf dem Tagesgeldmarkt gehandelt, sind aber während jeden Zeitpunktes über den Bankensicherungsfonds des jeweiligen Kreditinstitutes abgedeckt. Selbst wenn eine Bank Tagesgelder einmal nicht zurückzahlen kann, springt also eine "Versicherung" ein und der Kunde bekommt sein Geld, nebst Zinsen, zurück. Tagesgelder gehören somit zu den absolut sicheren Anlagen.

Andere Wertpapiere

Grundsätzlich kann man sagen, dass die Volatilität mit steigenden Risikoklassen zunimmt, d.h. eine Anlage der Risikoklasse 1 ist zwar ziemlich sicher, wird aber in der Regel auch keine gigantischen Erträge abwerfen, eine Anlage der Stufe 5 ist ziemlich unsicher, wenn es aber gut läuft, sind die Renditen unschlagbar gut.

Der neueste Trend ist eine Reaktion der Fondsgesellschaften auf das steigende Bedürfnis der Anleger nach Sicherheit mit gleichzeitiger Erwartung möglichst hoher Renditen, so genannte Garantiefonds. Bei diesen Produkten handelt es sich grundsätzlich um klassische Aktienfonds, die Fondsgesellschaft garantiert dem Anleger allerdings, dass seine Einlage am Ende der Laufzeit noch vorhanden ist, ein evtl. Verlust des Fonds wird also nicht an den Anleger weitergegeben. Technisch kann das nur funktionieren weil die Fondsgesellschaft sich mit Optionen (die übrigens der Risikoklasse 5 angehören) gegen sinkende Kurse absichert.

Vor der Anlage seines Geldes sollte jeder Anleger sich genau überlegen welches Risiko er eingehen möchte. Wenn auf Risiken lieber komplett verzichtet werden soll, ist das Tagesgeldkonto die beste Anlageform.